MAX CZOLLEK

© Konstantin Boerner

Max Czollek ist 1987 in Berlin geboren und lebt ebenda. Er studierte Politikwissenschaften an der FU Berlin und schloss eine Promotion am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin ab. Max Czollek ist Mitglied des Lyrikkollektivs G13 und Mitherausgeber des Magazins Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart und ist Kurator des internationalen Lyrikprojekts »Babelsprech«. 
2020 initiiert er die internationalen Tage der Jüdisch-Muslimischen Leitkultur als dezentralen Kongress.  Die Gedichtbände Druckkammern (2012) und Jubeljahre (2015) sowie Grenzwerte (2019) erschienen im Verlagshaus Berlin. Beim Hanser Verlag erschienen bisher seine vieldiskutierten Essays Desintegriert euch! (2018, engl. 2023), Gegenwartsbewältigung (2020) und Versöhnungstheater (2023). Im Frühjahr 2022 war Czollek Kurator der Ausstellung Rache. Geschichte und Fantasie am Jüdischen Museum Frankfurt, deren Begleitband ebenfalls bei Hanser erschien.

Max Czollek: Gute Enden, Verlagshaus Berlin 2024.

falls ihr mal eine kapsel
für die goldenen zwanziger dieses jahrtausends füllt
vergesst nicht die erinnerung daran
wie traurig wir gewesen sind

Kein Weichzeichner, keine Küsse im Sonnenuntergang, keine Violinen: Traurigkeit steht im Zentrum von Max Czolleks Gedichtband. Und mit ihr die Frage, wie wir zu dem wurden, als was wir heute enden. Von Friedrichshain bis Florida, Vancouver und Pompei, Prag und Tel Aviv: überall begegnen uns Spuren vergeblicher Hoffnung, Zwischenlager für toxisch gewordene und verworfene Menschheitsvisionen. Und auch die Hoffnung, das zerstörerische 20. Jahrhundert hinter uns gelassen zu haben, erweist sich als vergeblich. Ein Gedichtband nach den Happy Ends. Ein Gedichtband für unsere Gegenwart.

So. 16.11. | 15 Uhr | Lyrik-Salon | Max Czollek Gute Enden | Altes Gymnasium Neuruppin