Musterlinge von Ursula Zänker in Zempow

Vielleicht trifft man bald auf Archäologen, die sich in Zempow umschauen. Auf der Suche und Begutachtung von Scherben. Die genau nämlich hat Ursula Zänker aus Neuruppin für ihre Hocker für den kleinen Ort am Rande des Landkreises Ostprignitz-Ruppin ausgewählt. Ganz bewusst hat die Keramikerin im Laufe der vielen Arbeitsjahre kleine Keramikflächen/Scherben geschaffen, sie in die Lücken des Brennofens gelegt und bei 1100 bis 1200 Grad hoch gebrannt – für irgendwann einmal!

Und nun endlich haben sie ihren Auftritt. Blätter in den Farben des Herbstes, geometrische Formen und spielerisch angeordnete Ringe fügen sich zu einem runden flachen Kissen, das wie zu Großmutters Zeiten mit „Bommeln“ verziert ist.

Auch die Leute vom Bau werden ins Staunen kommen. Sind das nicht … Ja, es sind einfache Betonrohre, die mit einem Deckel zum Sitzobjekt werden. Und auch bei der Namensgebung hat sich die Kunsthandwerkerin etwas Besonderes einfallen lassen: „Musterlinge“ nennt sie die drei 45 bis 65 Zentimeter hohen Hocker, die sie fachgerecht von einem Maurer in die Erde einbetonieren ließ.

©Katja Mießner