Tourenbank von Jost Löber in Wusterhausen

Unsere Vorfahren sprangen wortwörtlich auf den fahrenden Zug auf. Als die Eisenbahn ab 1887 auch in Wusterhausen hielt, sparten sich die Berliner die weite Strecke bis zur Ostsee. Halbe Strecke nannte das der Volksmund. Dass Mobilität auch immer mit Warten verbunden ist, weiß jeder Reisende. Würde die Deutsche Bahn mal einen Wettbewerb um die schönsten Wartemöglichkeiten ausschreiben, Jost Löber läge mit seiner Tourenbank ganz vorn. Auf beidseitig je sechseinhalb Metern können sich die Wartenden ausbreiten. Sie sitzen auf witterungsbeständigen Eichenbohlen und die künstlerisch gestalteten Wagenräder fungieren wie Lehnen und geben das Gefühl, als wäre man schon unterwegs. Und vielleicht träumt manch einer auch, er sei schon am Ziel angekommen. Schöner kann Warten nicht sein.

©Uwe Püschel